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Prof. Hans Geser

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Vita

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1.

 

Allgemeine soziologische Theorie

General Sociological Theory  

 

 


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  • Wissensformen, Berufsrollen und Kooperationsstrukturen (2010)
    Berufliche Rollen lassen sich ebenso wie kooperative Arbeitsgruppen oder Organisatio­nen danach klassifizieren, welche verschiedenen Quellen des Wissens in ihnen angewendet werden. Auf der Basis der für ihre Erzeugung, Speicherung und Übermitt­lung verwendeten Mechanismen lassen sich sechs Zustandsformen des Wissens unterscheiden, die zwischen einem Pol subjektiver „Internalität“ (persönliche Intuition und Erfahrung) und einem Pol objektivierter „Externalität“ (schriftliche Regeln und materialisierte Technologien) variieren. Im Mittelfeld dieses Kontinuums befinden sich das durch  informelle Sozialisierung vermittelte Wissen sowie das formale Bildungswissen – zwei hybride Formen, die durch eine Kombination aus übersubjektiver Tradierung und subjektiver Aneignung gekennzeichnet sind. Aus der Synthese verschiedener theoretischer Propositionen und empirischer Regularitäten in der bisherigen Literatur lässt sich eine generalisierte Theorie der Wissensformen und Rollenqualifikationen  gewinnen: indem man jeder Wissensform einen Komplex von spezifischen "funktionalen Kapazitäten" zuschreibt, die sich einerseits auf Fähigkeiten zur Umweltadapta­tion und Problemlösung und andererseits auf die Herausbildung bestimmter interpersoneller Interaktionsmuster und sozialer Strukturformen beziehen. In der modernen Arbeitswelt lassen sich polarisierende Entwicklungen zu hoch internalisierten Qualifikationen einerseits und hoch externalisierten Wissensformen andererseits erkennen, zwischen denen das informelle Traditionswissen und das formale Ausbildungswissen relativ unstabile Intermediärpositionen besetzen.
     

  • Political Correctness: Mental Disorder, Childish Fad or Advance in Human Civilization? In: Sociology in Switzerland. Online Publications (2008)
    While Political Correctness may contribute to an advance of human civilization by promoting the inclusion of hitherto neglected minorities, cultural patterns and points of view, it reduces sharply the options to behave rationally toward our social environment: on the level of ideology as well as in the sphere of everyday action and in the realm of scientific research.
     

  • Zur Krise des Helfens in der individualisierten Gesellschaft (2001)
    "Individualisierung" bedeutet, dass immer mehr Menschen immer stärker bestrebt sind, ihre Lebensumstände und ihre persönliche Entwicklung autonom zu bestimmen. Diese Entwicklung hat fundamentale Auswirkungen auf alle zwischenmenschlichen Interaktionen, Rollenstrukturen und Institutionen und verändert in besonders drastischer Weise die Bedingungen, unter denen sich praktisch jede Form karitativer Hilfeleistung vollzieht. Im besonderen verringern sich die Möglichkeiten und Chancen wirksamen Helfens ganz allgemein, weil immer grössere Ungewissheit darüber besteht, wer wann welche Art von Bedürftigkeit aufweist und welche Art der Hilfeleistung wünscht.

  • Elementare soziale Wahrnehmungen und Interaktionen: Ein theoretischer Integrationsversuch (1996)
    Unter "kollokaler Sozialität" kann die Gesamtheit aller - offensichtlich weit über das Feld elementarer Interaktion oder primärer Gruppenkontakte hinausreichender - sozialer Verhältnisse verstanden werden, die auf der objektiven Randbedingung einer simultanen körperlichen Anwesenheit mehrerer menschlicher Personen am selben Ort beruhen. So kann eine angezielte "Theorie kollokaler Sozialbeziehungen und Systembildungen" nur auf jener überaus hohen Abstraktionslage angesiedelt werden, von der aus es ihr gelingt, den vielfältigen Formen und Zwecken der auf dieser gemeinsamen Basis errichteten Sozialverhältnisse Rechnung zu tragen und das gemeinsame Allgemeine zu formulieren, das beispielsweise eine Begegnung im Eisenbahnabteil mit der Sitzung eines Regierungskabinetts oder ein Forschungskolloquium mit einer Massendemonstration verbindet.
     

  • Elemente zu einer  Soziologischen Theorie des Unterlassens (1986)
    Da Unterlassungen (als Nichtereignisse) nicht in der Welt des Positiv-Faktischen verankert sind, müssen sie umso stärker auf der Ebene (individueller und sozialer) Erwartungen verankert sein. Deshalb besitzen sie nur eine derivierte, innrhalb eines Bezugsrahmens von Erwartungen (die natürlich undeutlich und dissensual sein können) konstituierte Existenz: was beispielsweise ihre historische Erinnerbarkeit und Reaktualisierbarkeit erschwert. Im Vergleich zu Aktivhandlungen zeichnen sich Unterlassungen überdies dadurch aus, dass sie eine geringe Spezifität (und damit: ein geringes Expressivitätspotential) aufweisen, und dass sie in unselektiver Weise  niederschwellig universell zugänglich sind. Damit kommt ihnen vor allem in modernen Gesellschaften immer mehr die Funktion zu, die  soziale Homogenität und extensive kollektive Integration der Menschen zu sichern, während Aktivhandlungen die Wirkung haben, soziale Differenzierung und Individualisierung zu katalysieren.